Schon die ersten Zeilen dieses Buches nehmen einen so gefangen, dass man sofort mitten in der Geschichte ist – im Jerusalem vor 2000 Jahren, in den Tagen von Jesus Christus.
Keine erfundene Geschichte, nein, es sind Zeitzeugen, die hier ihre Erinnerungen aufgeschrieben haben – wie vor Jahren die Essener-Erinnerungen.
Und es sind Menschen aus seiner nächsten Umgebung – Menschen, die man namentlich aus der Bibel kennt.
Durch die Augen eines Mädchens, später einer Frau, blickt man auf die bewegte Geschichte jener Tage, die sich hautnah und total lebendig vor einem entfaltet.
Als Kinder kannten sie sich schon; ihre Lebenslinien führten sie manchmal auseinander, bis sie sich dann im entscheidenden Moment wieder treffen, als Jesus an die Öffentlichkeit tritt.
Als Leser fühlt man sich ganz mit hineingenommen in die Gefühlswelt jener Menschen, die Jesus begleitet haben. Es war ein Privileg und eine Herausforderung zugleich, einem solch charismatischen, aber auch revolutionären Wesen nahe zu sein. Alles, was üblich war, wurde von ihm in Frage gestellt, und seine Nächsten mussten sich entscheiden, ob sie angepasste Staatsbürger und Befolger religiöser Vorschriften bleiben oder mit ihm an etwas glauben wollten, das es noch nicht gab, das damals (wie übrigens auch heute noch) nur eine Verheißung war.
Vielleicht ist es das besondere Verdienst dieser Erinnerung an ein Leben mit Jesus, uns Heutigen wieder bewusst zu machen, dass der »Begründer« der christlichen Religion ein Herausforderer war und es immer bleiben wird, einer, der Entscheidung einfordert – wenn man ihn richtig versteht. Pb, 448 Seiten Euro ca. 23,00
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